Businessplan / Geschäftsplan

Um ein Unternehmen gründen zu können oder auch zur strategischen Planung bereits bestehender Unternehmen, ist ein Geschäftsplan von Nöten. Dieses schriftliche Dokument von etwa 10 bis 50 Seiten enthält die wichtigsten Aspekte, die das zukünftige Geschehen detailliert beschreiben. Ein solcher Businessplan ist prinzipiell für Dritte gedacht, um ihnen das genaue Konzept des Unternehmens übersichtlich näher zu bringen.

Nutzen von einem Businessplan

BusinessplanGerade bei der Vergabe von Krediten ist ein solcher Plan unumgänglich. Denn er verdeutlicht die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und kann somit eine Rückzahlung der Kredite aufzeigen. Denn ein solcher Plan teilt dem Gegenüber mit, dass man sich intensiv mit dem vorliegenden Projekt beschäftigt hat und dass man den Willen besitzt, dieses auch umzusetzen. Außerdem ist der Geschäftsplan auch für den Unternehmer selber eine übersichtliche Darstellung der Umsetzbarkeit seines Projektes bzw. kann Risiken aufzeigen. Denn diese sind im Allgemeinen nicht vermeidbar, jedoch lassen sie sich durch eine gute Planung und Absicherung besser auffangen.

Dabei sollte er immer einen Gesamtüberblick verschaffen. Tut er dies einmal nicht, wird einem schnell bewusst, dass man einen Aspekt vergessen bzw. nicht beachtet hat. Auf diese Weise kann sich der Unternehmer selber vor Fehlinvestitionen schützen. In Zusammenhang damit zwingt der Businessplan einen fast dazu systematisch vorzugehen. Denn ein solcher Plan sollte immer logisch und mit System und Struktur verfasst werden. Auf diese Weise können wichtige Entscheidungen rechtzeitig getroffen werden und Alternativen gefunden werden.

Schließlich gibt er einem die Möglichkeit zur Erfolgskontrolle, denn durch die Informationen im Geschäftsplan kann ein optimales Controlling stattfinden. Auf diese Weise können finanzielle Probleme frühzeitig erkannt und angepasst werden. Sodass schließlich ein sicheres Konzept durchgeführt wird, mit den größten Erfolgsaussichten. Denn Erfolg kann nur generiert werden, wenn er detailliert geplant ist und alle eventuellen Probleme von vornherein mit einkalkuliert werden.

Ein weiterer Aspekt des Businessplanes ist, dass er mögliche Abhängigkeiten aufzeigen kann. Diese sind zum einen gewollt, da z.B. der Marketingplan von der Zielgruppenanalyse abhängig ist. Zum anderen zeigt er, dass man selbständig ist und keinerlei Abhängigkeiten einem Arbeitgeber gegenüber existieren.

Einsatzgebiete & Arten des Geschäftsplans

Ein solcher Businessplan wird immer dann gebraucht, wenn ein Unternehmen, egal wie groß oder klein, gegründet werden soll oder sich größere Investitionen im Unternehmen aufzeigen, die erst einmal abgewägt werden müssen. Als einziges variiert der Umfang eines solchen Planes. Allerdings wird es heute auch immer beliebter einen solchen Plan für Produkteinführungen, Expansionen, Firmenkäufe oder bei einer Änderung des Produktionsverfahrens zu benutzen. Denn all diese Ereignisse im Fiskaljahr haben gemein, dass sie eine hohe Investition mit verbundenen Risiken beinhalten. Aus diesem Grund sichert sich ein Unternehmen mit einem Geschäftsplan ab, um die Risiken zu erkennen und Alternativen zu finden. In den meisten Situationen, in denen es darum geht Investoren für ein Projekt zu begeistern, ist ein solcher Plan sinnvoll. Da er auf klar strukturierte Weise die Vor- und Nachteile der Investition vermitteln kann. Er erleichtert dem Unternehmer eine Investitionsentscheidung und trägt auf diese Weise zum Erfolg des Unternehmens bei.

Bei all diesen verschiedenen Anwendungsgebieten wird deutlich, dass nicht ein bestimmter Typus des Businessplans existiert, sondern jeder seine eigenen Schwerpunkte setzten muss. Denn alleine ein Geschäftsplan für eine Unternehmensgründung muss anders aufgebaut sein und andere Informationen enthalten als ein unternehmensinterner Plan, der für die Einführung eines Produktes gedacht ist. Bei Letzterem ist es z.B. nicht von Nöten das Management, zu beschreiben. Dies sollte aber detailliert bei einem Businessplan für eine Gründung beschrieben werden, da man auf diese Weise Dritte über Kompetenzen und Fähigkeiten informieren kann. Dies wird z.B. wieder relevant, wenn es um eine Firmenübernahme geht. Dann wird in einem solchen Plan umfangreicher auf die Kompetenzen z.B. des Nachfolgers eingegangen, damit Personalentscheidungen getroffen werden können. Ein anderes Beispiel ist der Plan für eine Neuprodukteinführung. Dieser sollte, abgesehen von einer ausführlichen Produktbeschreibung, seinen Schwerpunkt auf den Themen Marketing, Vertrieb, Wettbewerb und Markt setzten. Für jede dieser Formen gibt es auch noch sogenannte Kurzpläne während der Startphase oder ausführlich Pläne z.B. für die Gründungsphase. Im Allgemeinen wird aber versucht einen so ausführlich und strukturiert wie möglichen Plan zu erstellen, denn nur auf diese Weise kann man verhindern, dass man sich verkalkuliert und sich dadurch ruiniert. Hat man dies vorher noch nie getan, sollte man sich professionell beraten lassen. Hierfür gibt es mehrere Coaching-Angebote, die einem Grundlegendes beibringen. Ansonsten bieten auch die meisten Banken eine solche Beratung an. Bei dieser Gelegenheit kann man sich gleich über eventuelle Finanzierungen und Förderungen informieren.

Aufbau & Umfang des Businessplans

Gerade in solchen Coachings lernt man, dass ein Businessplan immer individuell auf das Projekt zugeschnitten werden sollte und es keinen eindeutig festgelegten Aufbau gibt. Es gibt heute nur eine allgemein standardisierte Gliederung, die aber keinen allgemeingültigen Regelungen unterworfen ist. Diese ist einfach durch amerikanische Vorbilder, Businessplan-Wettbewerbe, Unternehmensberatungen und der Vorstellungen von Kreditinstituten entstanden. Auf diese Weise können Kapitalgeber leichter Geschäftspläne verschiedener Projekte vergleichen und effizientere Entscheidungen treffen. Auf der anderen Seite kann dadurch festgestellt werden, ob der Verfasser strukturiert und analytisch vorgegangen ist und somit keine Fehler unterlaufen sind. Denn einem Dritten fällt es leichter sich in einem bekannten Schema zurechtzufinden, als sich immer wieder erst einmal in die Struktur einzulesen.

Die Reihenfolge der Gliederungspunkte bzw. die Kapiteleinteilung kann dabei von Einzelfall zu Einzelfall variieren. Jedoch sind die Kerninhalte fast überall gleich definiert. Diese wären z.B. 1. Zusammenfassung, 2. Produkt- und Unternehmensidee, 3. Management- und Gründerteam oder 7. Finanzplanung.

In manchen Fällen wird von Investoren auch noch ein Ablaufplan verlangt, dieser kann dann individuell erstellt werden, gehört aber nicht zwingend zum Geschäftsplan dazu. Daraus lässt sich schon ableiten, dass der Umfang eines Businessplans von Fall zu Fall variiert, da keine allgemeinen Regelungen existieren. Es wird jedoch davon ausgegangen das bei Gründungsvorhaben im lokalen Bereich z.B. ein Handwerksbetrieb ein Umfang von 5-10 Seiten ausreicht. Auf regionaler Ebene z.B. in der Landwirtschaft sollte man mit 10-20 Seiten rechnen. Auf der nationalen bzw. internationalen Ebene wiederum, hier geht es oft auch darum größere externe Investoren zu gewinne, sollten es zwischen 20 und 40 Seiten sein. Jedoch sollten es nicht mehr als 50 Seiten werden, da diese Menge an Details so manchen Investor abschrecken könnte. Denn ein größerer Investor bekommt im Jahr mehrere hundert solcher Geschäftspläne und nimmt sich ca. nur 8-12 Minuten zur Überprüfung. Aus diesem Grund sollte der Businessplan schnell und einfach zu lesen
sein.

Es wird also deutlich, dass ein Geschäftsplan äußerst wichtig bei der Investorensuche und der eigenen Erfolgsaussicht ist. Aus diesem Grund sollte man sich ausführlich informieren, wie man einen guten Plan formuliert und strukturiert. Ansonsten kann es länger dauern einen Kapitalgeber zu finden und die allgemeine Umsetzung des Projektes verzögern. Außerdem hilft er einem dabei sich bis in das kleinste Detail mit seinem Projekt vertraut zu machen und festzustellen, ob es wirklich umsetzbar ist. Denn nur auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass das Projekt auch ein Erfolg wird.