Existenzgründung in Deutschland

Eine Existenzgründung bedeutet, die Freiheit der eigenen unternehmerischen Ideen zu verwirklichen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit den eignen Erfolg selbst zu steuern und sich unabhängig von einem Arbeitgeber beruflich weiter zu entwickeln. Darüber hinaus sind Existenzgründungen für die gesamte Volkswirtschaft bedeutsam, da auf diese Weise das mittelständische Unternehmertum gestärkt wird. Mit einer solchen Gründung sind viele verschiedene Schritte, Formalitäten und Vorbereitungen verbunden, auf die es sich gut vorbereiten zu gilt.

Hintergrund für eine Existenzgründung

ExistenzgründungAus diesem Grund sollte man sich eingehendst über alle notwendigen Vorbereitungen informieren, damit die Gründung an sich schnell und erfolgreich vonstattengehen kann. Am Anfang steht erst einmal ein Konzept. Hierfür muss ein eindeutiger Geschäftsplan ausgearbeitet werden. Dieser sollte Definitionen von Produkten, genaue Beschreibungen der zukünftigen Leistungen und überzeugende Argumente für eventuelle Kundengespräche enthalten. Denn all diese Aspekte wird ggf. auch die kreditgebende Bank wissen wollen. Deshalb sollte man sich seines Konzeptes sehr sicher sein und auch erste Marktanalysen betreiben oder betreiben lassen, ob für die zukünftigen Produkte überhaupt eine Nachfrage besteht. Auf diesem Wege kann man schon im Vorfeld Risiken und Möglichkeiten abwägen und noch eventuelle Anpassungen an den Leistungen vornehmen. Schließlich wird auch ein Kreditinstitut einem sicheren und detaillierten Konzept eher zustimmen, als einem Risikobehafteten.

In diesem Zuge sollte man sich auch gleich über eine private finanzielle Vorsorge informieren. Dies ist besonders wichtig, da man als Selbstständiger die Kranken- und Altersversicherungen selbst tragen muss. Deshalb sind Vorkehrungen zu treffen, sodass man im Krankheitsfall finanziell abgesichert ist. Dazu gehört aber auch eine zukünftige Absicherung des Betriebes an sich, denn falls der Geschäftsplan nicht gleich so funktioniert wie gedacht, sollte man auf Rücklagen zurückgreifen können, sodass Betriebskosten und Löhne weiterhin getragen werden können.

Ein anderer wichtiger Abschnitt ist die Auseinandersetzung mit Behörden und Ämtern. Abgesehen davon, dass man sich beim Finanzamt ummelden muss, da man keine Lohnsteuer, sondern Gewerbe-, Umsatz- und Einkommenssteuer bezahlen muss, gibt es noch andere Vorgaben zu beachten. Deshalb sollte man sich informieren, inwieweit man sich mit dem Ordnungsamt oder Gesundheitsamt in Verbindung setzen muss, um eventuelle Genehmigungen zu erhalten. Auch sollte man sich mit der IHK, der Berufsgenossenschaft oder der Handwerkskammer auseinandersetzen.

Schlussendlich ist eine hohe Selbstkontrolle und Selbstmotivation von Nöten, denn es gilt viele verschiedene Termine und Aufgaben, zu koordinieren. Hierfür wird ein gutes Zeitmanagement gebraucht, damit alles reibungslos ablaufen kann. Sind alle Kalkulationen Erfolg versprechend und alle Genehmigungen ausreichend, steht dem Gründen eines Unternehmens nichts mehr im Wege. Denn eine gute und ausführliche Planung erleichtert einem die ersten Schritte in die Selbständigkeit.

Eine Existenz gründen in Deutschland

Dabei sind in jedem Land die Vorgaben verschieden und müssen gesondert recherchiert werden. In Deutschland ist ein Unternehmen gegründet, ab dem Moment in dem es als Gewerbe angemeldet ist oder bei einem freien Beruf, durch die Ummeldung beim Finanzamt. Weitere Institutionen wie Kammern oder Berufsgenossenschaften werden zum Teil automatisch informiert. Allerdings sollte man seinen Betrieb auch erst anmelden, wenn alle Formalitäten geregelt sind und ein sicherer Start gewährleistet ist. Hierfür ist der Businessplan am Wichtigsten. Denn die detaillierten Informationen zu Produkten, zum Markt, zu den Gründern und zur Finanzierung erleichtern es einem Zuschüsse und Förderungen vom Bund oder dem Bundesland zu erhalten. Diese äußern sich in einem günstigen Darlehen durch, welches man Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Kautionen, Werbemaßnahmen, Investitionen oder die Einrichtung eines Warenlager finanzieren kann. Also die Grundausstattung für den Start in die Selbständigkeit. Unter diesen Förderungen fällt zum einen das KfW-StartGeld, ein Kredit mir besonders günstigen Konditionen und einer 100%- Finanzierung. Dieses Programm kann jeder Existenzgründer oder kleiner Unternehmer nutzen, der weniger als drei Jahre am Markt ist und der dessen geplante Investition weniger als 100.000 Euro beträgt. Um diesen Kredit zu erhalten, muss man nur einen Antrag bei seiner Hausbank stellen, bevor man die Investition tätigt. Weitere Darlehen sind das ERP-Kapital für Gründung und der KfW-Unternehmerkredit. Auch sie zeichnen sich durch günstige Konditionen, Freistellung von Sicherheiten oder tilgungsfreie Anlaufzeiten aus, die schlussendlich beim Schritt in die Selbständigkeit helfen sollen.

Möchte man auf dem Laufenden bleiben, was das Feld der Existenzgründung in Deutschland betrifft, gibt es verschiedene Portale und Magazine, die einem Aktuelles und hilfreiche Tipps liefern. Jedes Jahr informiert z.B. die Kfw-Bankengruppe über ihre Publikation „Gründungsmonitor“ über aktuelle Entwicklungen im Gründungsgeschehen in Deutschland. Darin sind Trends, Förderkennzahlen und auch die Bereitschaft verschiedener Kreditinstitute zur Mittelvergabe, zu finden. Außerdem kann man sich in der Förderdatenbank des Bundes über die unterschiedlichen Programme der Bundesländer, des Bundes und der Europäischen Union informieren.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit sich vor der Gründung, die Beratungskosten durch Zuschüsse des Bundes mitfinanzieren zu lassen. Denn eine ausführliche Beratung bei einem Profi kann durchaus sehr teuer werden. Genauere Informationen können bei der Handwerkskammer, den Industrie- und Handelskammern oder der Förderinstitution des Bundeslandes eingeholt werden. Aber es werden auch Zuschüssen für Coachings nach der Gründung bereitgestellt. Hierfür existiert das Förderprogramm „Gründercoaching Deutschland“ (GCD). Durch dieses Programm werden Beratungs- und Coachingleistungen durch den Bund und den Europäischen Sozialfonds (ESF) mit Zuschüssen gefördert. Denn gerade in den ersten fünf Jahren sehen sich viele Unternehmer unerwarteten Herausforderungen gegenübergestellt. Dieses Programm soll bei Problemlösungen helfen und vermitteln, wie man auf Dauer ein erfolgreiches Unternehmen führt.

Da es viele Gründer gibt, die aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit wechseln wollen, gibt es spezielle Förderungen und Möglichkeiten für diese Gruppe. Diejenigen, die Arbeitslosengeld I beziehen, erhalten z.B. einen Gründungszuschuss für 15 Monate. Für Bezieher des Arbeitslosengeldes II existiert ein Einstiegsgeld, allerdings gibt es hier keinen Rechtsanspruch.

Es existieren in Deutschland somit viele verschiedene Mittel und Wege den Einstieg in die Selbständigkeit, zu erleichtern. Denn der Bund hat erkannt, dass gerade der Zweig der mittelständischen Unternehmen zu fördern ist und das ein Zuwachs an neuen Unternehmen der allgemeinen Wirtschaft sehr zuträglich ist. Deshalb wird einem im Vergleich zu manch anderem bürokratischen Prozess, die Existenzgründung sehr leicht gemacht. Denn hierfür muss man sich nur bei den dafür zuständigen Stellen bzw. seiner Hausbank rechtzeitig informieren und die entsprechenden Anträge stellen. Auf diese Weise stellt eine Existenzgründung keine so große finanzielle Belastung dar, wie vielleicht vermutet. Außerdem verspricht eine ausführliche Planung und Beratung einen längerfristigen Erfolg, da man auf die meisten Eventualitäten vorbereitet ist.