Unternehmensgründung
Viele Menschen gründen ein Unternehmen. Hier wird zwischen einer Existenzgründung unterschieden und einer Unternehmensgründung. Die Existenzgründung beschreibt Gründungen im Bereich von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft wird von einer Unternehmungsgründung gesprochen. Der Begriff Start-Up, welcher aus dem Englischen kommt, wird heute auch häufig verwendet. Alle Gründungen beinhalten zudem die Phase vor der Gründung, also die Planung.
Freiheitsgrade bei der Gründung
Bei der Planung im Vorfeld müssen Gründer die sogenannten Freiheitsgrade beachten, wovon es sieben gibt. Sie sind Teil des Geschäftsplans und umfassen bestimmte Entscheidungen. Dazu gehören die Wahl der Organisation, die Rechtsform, der Standort, die Wahl des Produkts bzw. einer Dienstleistung, die Marktsegmentierung, die Finanzierung, der Ablauf und der Aufbau. All diese Aspekte fließen in den Entscheidungsprozess sowie den Gründungsprozess mit ein. Durch diverse Rahmenbedingungen sind die Freiheitsgrade jedoch teilweise eingeschränkt und jeder zukünftige Unternehmer muss Prioritäten setzen.
Bereiche einer Unternehmungsgründung
Neben den Freiheitsgraden müssen zudem noch andere Bereiche bei der Unternehmungsgründung beachtet werden. Einer der wichtigeren Aspekte ist zum Beispiel der Geschäftsplan. Dieser wird geschrieben, damit der Unternehmer das Projekt strukturieren kann und die diversen Freiheitsgrade abwägen kann. Zudem fließen in den Plan auch Projektierungen, Marktanalysen und die Finanzierung mit ein. Diese Bereiche sind auch elementar für eine erfolgreiche Gründung, da so die Lage am Markt sondiert und gegebenenfalls einige Änderungen vorgenommen werden können. Weitere wichtige Bereiche einer Unternehmungsgründung sind in der Anfangsphase gewerberechtliche Angelegenheiten, die Wahl der Organisation und Personalbeschaffung.
Da solch ein Businessplan doch sehr aufwändig ist, werden meist Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer als Unterstützung beauftragt. Für die Finanzierung kommen Venture Capital-Geber oder Business Angel in Frage, welche immer auf der Suche nach neuen Firmen sind, in welche sie investieren können. Zudem werden heute auch immer mehr Gründernetzwerke und Hochschulen in den Gründungsprozess involviert, sowie Handelskammern oder Industriekammern.
Rahmenbedingungen für die Gründung
All diese Bereiche gehören in den Planungsprozess der Gründung mit hinein. Weiterhin kommen noch andere Rahmenbedingungen hinzu. Diese unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Die rechtlichen, politischen, kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen sind mit abhängig von demographischen Entwicklungen und diversen anderen Faktoren, welche dazu führen, dass es im internationalen Vergleich unterschiedliche Zeitabläufe gibt und das gesamte Gründungsgeschehen stark variiert. Um hier nicht den Überblick über die Rahmenbedingungen zu verlieren, wird einmal im Jahr der Global Entrepreneurship Monitor in einem Bericht veröffentlicht. Dieser verdeutlicht dann, welche Unterschiede es zum Beispiel bei Industrieländern und Schwellenländern gibt. In den Industrieländern ist es zum Beispiel so, das hier in den letzten Jahren vermehrt Notgründungen zu beobachten waren, da dieser starke Entwicklungsschub fehlt und viele Menschen die Gründung als Weg aus der sozialen Unterschicht verstehen. Durch den Boom in Schwellenländern kann dort beobachtet werden, dass es sich hauptsächlich um Chancengründungen handelt, da hier die Strukturen noch nicht gefestigt sind.
Motive für das Gründen eines Unternehmens
Gerade in Deutschland sind solche Notgründungen vermehrt zu beobachten. Die Mehrzahl der Gründer gab an, dass sie die Existenzgründung hauptsächlich aus mangelnden Alternativen angestrebt haben. Dieses Motiv überlagert die sonst verbreiteten Motive, wie Einkommenssteigerung, Autonomiegewinnung oder Selbstverwirklichung, immer weiter. Bei Gründern mit Migrationshintergrund nehmen die Gründungen aus dem Streben nach Autonomie leicht zu und führen so zu einer leicht kulturellen Annäherung in diesem Bereich.
Corporate Entrepreneurship
Unter dieser Begrifflichkeit wird unternehmerisches Handeln verstanden. Deswegen wird Entrepreneurship häufig im Zusammenhang mit einer Unternehmensgründung erwähnt und bezieht sich vor allem auf innovative Ideen.
Bei dem Begriff Corporate Entrepreneurship wird jedoch noch ein Unterschied vorgenommen. Bei dieser Begrifflichkeit handelt es sich um Erweiterung eines schon bestehenden Unternehmens, welches eine gewisse Größe erreicht hat. Dieses Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gesetzt, dauerhaft für eine gewisse Innovation in der Organisation zu sorgen. Das bedeutet, dass ein großes Unternehmen dauerhaft neue Ideen fördert, sowie deren Umsetzung und Erprobung. Im Sinne der Fähigkeiten, der Bereitschaft und der Möglichkeiten des Unternehmens sollen bestehende Organisationsressourcen kreativ kombiniert werden. Mit diesem Vorhaben soll das Unternehmen flexibel und dynamisch bleiben, damit zum Beispiel kreative Mitarbeiter dem Unternehmen treu bleiben. Es wird dafür gesorgt, dass starre bürokratische Strukturen aufgelöst werden und die Mitarbeiter mehr Verantwortungs- und Handlungsspielräume bekommen und das Unternehmen so immer neue Ideen generieren kann.
